Antike, Hermetik, Kabbala

Marsilio Ficino (lat. Marsilius Ficinus)

1433–1499

geb. Figline Valdarno bei Florenz, gest. Careggi bei Florenz

Die Kernidee

Es existiert eine ununterbrochene Kette der Weisheitsüberlieferung (prisca theologia) von Hermes über Orpheus, Pythagoras und Platon bis zu Christus. Die Welt ist beseelt; zwischen Himmelskörpern, Steinen, Pflanzen, Tönen und Seelenzuständen bestehen wirksame Entsprechungen, die der Weise gezielt nutzen kann. Damit ist die operative Fassung der Entsprechungslehre formuliert: Korrespondenz ist nicht nur Symbol, sondern Wirkkanal.

Die wichtigsten Werke

  • Pimander (lat. Übersetzung des Corpus Hermeticum I-XIV)Übersetzung 1463, Erstdruck 1471Pimander
  • Theologia Platonica de immortalitate animorumverfasst 1469-1474, gedruckt 1482Platonische Theologie
  • De vita libri tres1489Drei Bücher über das Leben

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Im Originalton

„Nemo igitur putet certas quasdam res allici a certis stellis; sed unum quiddam, id est, unus mundus, unus spiritus ... (sinngemäß: Man glaube nicht, einzelne Dinge würden von einzelnen Sternen angezogen; vielmehr gibt es ein Eines, eine Welt, einen Geist.)"Ficino, De vita coelitus comparanda (= De vita III), 1489. ACHTUNG: Wortlaut sinngemäß referiert, vor Drucklegung an kritischer Ausgabe verifizieren.