Das Verfahren

Die Recherche

Ein Prüfverfahren für die eigenen Annahmen. Sieben Schritte und ein Protokollblatt.

7 SchritteProtokollblattFrei zu lesen

Ein Prüfverfahren für die eigenen Annahmen**


1. Warum ein weiteres Verfahren

Es gibt keinen Mangel an Methoden. Der Stammbaum dieser Lehre verzeichnet 211 Personen über 2320 Jahre, und fast jede davon hat eine Technik hinterlassen. Ein weiteres Techniken-Set wäre das zweihundertzwölfte.

Was fehlt, ist etwas anderes.

In der gesamten Überlieferung von der Hermetik bis zur Gegenwart wird gelehrt, welche Annahme man haben soll. Nirgends wird gelehrt, wie man eine Annahme prüft.

Das ist die Lücke. Und sie ist keine Kleinigkeit, denn die Lehre selbst behauptet, dass Annahmen zu Tatsachen erhärten. Wenn das stimmt, ist die Qualität der Prüfung wichtiger als die Qualität der Technik. Wer eine ungeprüfte Annahme mit einer sehr guten Technik durchsetzt, setzt eine ungeprüfte Annahme durch.

Dieses Verfahren stellt deshalb keine neue Technik neben die bestehenden. Es setzt einen Arbeitsschritt davor, der bisher fehlte.

Der Arbeitsschritt stammt nicht aus der Manifestationsliteratur. Er stammt aus dem journalistischen Handwerk: der Quellenkritik. Sie fragt bei jeder Behauptung dasselbe. Wer sagt das? Woher weiß er es? Welches Interesse hat er? Was spricht dagegen? Was müsste zutreffen, damit die Behauptung falsch wäre?

Diese fünf Fragen sind auf Sätze über die Welt anwendbar. Sie sind ebenso auf Sätze über einen selbst anwendbar. Das ist der ganze Gedanke.


2. Die Ausgangslage in Zahlen

Vier Befunde aus der zugehörigen Auswertung. Sie stehen hier ohne Wertung; sie beschreiben die Lage, in der das Verfahren ansetzt.

Erstens. In 2.608 Beiträgen aus den drei größten Manifestations-Foren finden sich 17 Berichte über anhaltendes Scheitern, das nicht doch in Erfolg umschlägt — 0,65 Prozent. Von 57 Beiträgen, deren Überschrift ein Scheitern ankündigt, lösen sich 40 im Text in eine Erfolgsgeschichte auf.

Zweitens. Der Selbstvorwurf ist mit 87 Fällen rund fünfmal häufiger als der Misserfolgsbericht. Wo etwas nicht eintritt, wird die Ursache überwiegend bei der eigenen Person gesucht, nicht bei der Annahme oder am Verfahren.

Drittens. Affirmationen sind mit 818 Nennungen die häufigste Praxis im Korpus, Revision mit 89 die seltenste. Neville Goddard lehnte gesprochene Affirmationen ab (At Your Command, 1939) und bezeichnete die Revision als das, was er am ehesten weitergegeben sehen wollte (The Law and the Promise, 1961). Die heutige Praxis folgt also nicht den Quellen, auf die sie sich beruft.

Viertens. Ein Moderator einer der Gruppen hielt am 20. Juli 2022 fest, die Zahl der Hilfeanfragen würde die Gruppe in eine Selbsthilfegruppe verwandeln, wenn alle freigeschaltet würden. Die Misserfolgsberichte werden geschrieben. Sie erscheinen nicht im sichtbaren Bestand.

Was daraus folgt. Das Feld verfügt über sehr viele Techniken, sehr viele Erfolgsberichte und über kein Verfahren zur Fehleranalyse. Wo eines fehlt, tritt der Selbstvorwurf an seine Stelle. Schritt 7 dieses Verfahrens ist die Antwort darauf.


3. Der Grundgedanke

Neville Goddards Kernsatz lautet: „An assumption, though false, if persisted in, will harden into fact." Eine Annahme, auch eine falsche, erhärtet zur Tatsache, wenn man sie durchhält.

Der Satz wird gewöhnlich als Versprechen gelesen. Er ist aber ebenso eine Warnung, und in dieser Lesart wird er brauchbar.

Denn er sagt: Es gibt keinen Zustand, in dem man nicht annimmt. Wer nichts bewusst annimmt, hält die Annahmen durch, die er ohnehin schon hat — übernommen, unbemerkt, meist von jemand anderem formuliert. Die Frage ist nie, ob man annimmt. Die Frage ist, welche Annahme gerade läuft und woher sie stammt.

Damit verschiebt sich die Aufgabe. Sie lautet nicht: eine gewünschte Annahme aufbauen. Sie lautet: den vorhandenen Bestand erheben, seine Herkunft klären, und erst dann entscheiden, was davon bleibt.

Das ist Recherche. Nur nicht über einen Vorgang draußen, sondern über den Bestand im eigenen Kopf.

Drei Eigenschaften unterscheiden dieses Vorgehen von dem, was sonst gelehrt wird:


4. Die sieben Schritte

Schritt 1 — Die Bestandsaufnahme

Frage: Was nehme ich tatsächlich an?

Nicht: was wünsche ich mir. Der Wunsch ist bekannt, er ist meist der Anlass. Gesucht ist der Satz, den man für wahr hält.

Der Zugang läuft nicht über Nachdenken, sondern über Beobachtung. Drei Tage lang notiert man wörtlich, was man über sich selbst sagt — im Stillen, im Gespräch, im Nebensatz. Nicht bewerten, nicht umformulieren. Mitschreiben.

Die brauchbaren Sätze sind an ihrer Form erkennbar:

„Bei mir funktioniert so etwas nicht." „Ich bin nicht der Typ dafür." „Für mich ist es zu spät." „So etwas passiert anderen."

Am Ende der drei Tage steht eine Liste. Sie ist der eigentliche Gegenstand der Arbeit. Sie ist in der Regel unangenehm, und sie ist in der Regel kürzer, als man erwartet hat: Die meisten Menschen tragen drei bis fünf Grundannahmen, die alles Übrige erzeugen.

Ergebnis: eine Liste wörtlicher Sätze, datiert.


Schritt 2 — Die Quellenkritik

Frage: Woher stammt dieser Satz?

Jeder Satz aus Schritt 1 wird behandelt wie eine Behauptung aus einer unbekannten Quelle. Fünf Fragen, in dieser Reihenfolge:

  1. Wer hat das zuerst gesagt? Nicht: woher habe ich das Gefühl. Sondern: Wer hat den Satz ausgesprochen, und wann? Oft gibt es eine Person und eine Szene.
  2. Woher wusste diese Person es? Hatte sie Zugang zu der Information, die sie behauptet hat? Ein Lehrer, der einem Zehnjährigen sagt, er sei unbegabt, hat den Zehnjährigen gesehen — nicht den Vierzigjährigen.
  3. Welches Interesse hatte sie? Nicht als Vorwurf, sondern als Sachfrage. Viele Zuschreibungen dienen dem, der sie ausspricht: sie entlasten, ordnen ein, sichern eine Rolle.
  4. Wann wurde der Satz zuletzt geprüft? Die meisten Grundannahmen stammen aus der Kindheit und sind seither nicht mehr überprüft worden. Sie sind nicht falsch, weil sie alt sind. Sie sind ungeprüft.
  5. Habe ich den Satz übernommen oder gebildet? Ein übernommener Satz ist eine Fremdaussage, die man weitergibt. Ein gebildeter Satz ist eine eigene Schlussfolgerung. Beides ist zulässig. Aber man sollte wissen, was von beidem vorliegt.

Ergebnis: zu jedem Satz eine Herkunftsnotiz. Wo keine zu ermitteln ist, wird das vermerkt — das ist selbst ein Befund.


Schritt 3 — Die Gegenprobe

Frage: Was spricht gegen den Satz?

Dieser Schritt ist der ungewöhnlichste, und er ist der wichtigste. Gesucht wird nicht Bestätigung, sondern Widerlegung. Man sammelt aktiv Belege gegen die eigene Annahme.

Konkret: Zu jedem Satz aus Schritt 1 werden mindestens fünf datierte Ereignisse aus dem eigenen Leben notiert, in denen er nicht zutraf. Nicht ähnliche Fälle, nicht Gefühle — Ereignisse mit Datum.

Wer den Satz „Bei mir funktioniert so etwas nicht" prüft, sucht fünf Gelegenheiten, bei denen etwas funktioniert hat. Sie sind fast immer vorhanden. Sie wurden nur nicht gezählt, weil eine laufende Annahme bestimmt, was gezählt wird.

Zwei mögliche Ausgänge, beide brauchbar:

Dieser Schritt hat einen Nebeneffekt, der über das Verfahren hinausreicht: Wer einmal geübt hat, gegen die eigene Überzeugung zu recherchieren, tut es auch bei fremden Behauptungen.

Ergebnis: je Satz eine Belegliste mit Daten, oder die begründete Feststellung, dass keine existiert.


Schritt 4 — Die Setzung

Frage: Wie lautet der Satz, den ich stattdessen führe?

Erst hier wird formuliert. Die neue Annahme muss vier Bedingungen erfüllen — sie sind Handwerksregeln, keine Glaubensregeln:

  1. Erste Person, Gegenwart, Tatsachenform. Nicht „ich möchte", nicht „ich werde", nicht „ich ziehe an". Sondern die schlichte Feststellung: „Ich bin jemand, der …"
  2. Vertretbar. Man muss den Satz vor einem nüchternen Dritten aussprechen können, ohne ihn zurückzunehmen. Sätze, die man selbst albern findet, halten nicht. Das ist kein Mangel an Glauben, das ist ein Formulierungsfehler.
  3. Über die eigene Person. Nicht über andere Menschen, nicht über deren Entscheidungen. Zur Begründung siehe Abschnitt 7.
  4. Überprüfbar. Der Satz muss so gefasst sein, dass in sechs Wochen entscheidbar ist, ob sich etwas geändert hat. Ein Satz, der nie falsch werden kann, kann auch nie bestätigt werden.

Ein häufiger Fehler, der hier auffällt: Der ursprüngliche Wunsch war nie eine Annahme, sondern ein Ergebnis. „Ich habe 5.000 Euro im Monat" ist ein Ergebnis. Die zugehörige Annahme lautet etwa: „Ich bin jemand, dessen Arbeit gut bezahlt wird." Ergebnisse folgen aus Annahmen; sie sind selbst keine.

Ergebnis: ein einziger Satz, schriftlich, datiert. Einer. Nicht fünf.


Schritt 5 — Die Beglaubigung

Frage: Wie bringe ich den Satz in den Zustand, in dem er wirkt?

Erst an dieser Stelle kommen die überlieferten Techniken zum Einsatz. Sie sind Werkzeuge, kein Programm; die Herkunft jedes einzelnen steht in Abschnitt 5.

Empfohlen wird eine kleine, feste Auswahl:

Die Dauer ist nicht festgelegt und wird hier bewusst nicht versprochen. In den Erfahrungsberichten liegt der Median bei rund 90 Tagen, das Viertel der schnellsten Fälle bei 14 Tagen, das Viertel der langsamsten über einem Jahr. Diese Zahlen stammen aus Selbstberichten und sind kein Erwartungswert.

Ergebnis: eine feste tägliche Praxis von wenigen Minuten. Sechs Wochen ohne Bewertung des Ergebnisses.


Schritt 6 — Das Protokoll

Frage: Was ist tatsächlich eingetreten?

Was nicht aufgeschrieben wird, wird erinnert — und Erinnerung ist die unzuverlässigste Quelle überhaupt. Sie passt sich dem gegenwärtigen Stand an. Wer nach acht Wochen beurteilt, ob sich etwas verändert hat, beurteilt es aus dem veränderten Zustand heraus.

Deshalb wird protokolliert, und zwar täglich in zwei Zeilen:

Getrennt davon, einmal wöchentlich: Was hat sich verändert, das ich nicht geplant habe? Das ist die Spalte, in der Ergebnisse zuerst auftauchen. Sie kommen selten dort an, wo man gewartet hat.

Nach sechs Wochen wird das Protokoll gelesen — nicht vorher. Wer täglich prüft, ob es schon wirkt, führt die Annahme, dass es noch nicht wirkt.

Ergebnis: ein datiertes Protokoll, das man auch dann noch lesen kann, wenn man den Zeitraum längst anders erinnert.


Schritt 7 — Die Fehleranalyse

Frage: Wenn nichts eingetreten ist — woran lag es?

Dies ist der Schritt, den es in der übrigen Literatur nicht gibt, und der Grund, warum es dieses Verfahren gibt.

Die übliche Antwort auf ausbleibende Ergebnisse lautet: zu wenig Glauben, zu viel Zweifel, noch nicht losgelassen. Diese Antwort ist unwiderlegbar, und deshalb ist sie keine Antwort. Sie verlagert die Ursache in einen Bereich, der nicht überprüfbar ist, und erzeugt den Selbstvorwurf, der im Datenbestand fünfmal häufiger vorkommt als der Misserfolgsbericht.

An ihre Stelle treten sechs prüfbare Fragen, in dieser Reihenfolge:

  1. War es eine Annahme oder ein Ergebnis? (siehe Schritt 4) — der häufigste Fehler.
  2. War der Satz vertretbar? Ein Satz, den man selbst nicht ernst nehmen kann, hält keine sechs Wochen. Das ist ein Formulierungsfehler, kein Charakterfehler.
  3. Lief eine zweite, gegenläufige Annahme? Ein Satz aus Schritt 1, der nicht bearbeitet wurde, kann den neuen aufheben. Zurück zur Bestandsaufnahme.
  4. Wurde die Praxis tatsächlich durchgeführt? Das Protokoll aus Schritt 6 beantwortet das ohne Diskussion. In den Erfahrungsberichten ist die abgebrochene Praxis der mit Abstand häufigste dokumentierte Grund.
  5. Betraf der Satz die Entscheidung eines anderen Menschen? Dann liegt er außerhalb des Anwendungsbereichs (Abschnitt 7).
  6. Ist die Frist zu kurz? Sechs Wochen sind die Untergrenze für eine Beurteilung, nicht der Erwartungswert.

Bleibt nach allen sechs Fragen kein Befund, lautet das Ergebnis: kein Ergebnis. Das ist ein zulässiger Ausgang. Ein Verfahren, das kein Scheitern kennt, ist kein Verfahren.

Ergebnis: entweder ein benannter, korrigierbarer Fehler — oder die dokumentierte Feststellung, dass es nicht funktioniert hat.


5. Der Werkzeugkasten und seine Herkunft

Jedes Werkzeug wird mit Urheber, Beleg und Belegqualität geführt. Wer eine Technik anwendet, soll wissen, von wem sie stammt und wie gut das belegt ist.

Werkzeug Urheber Beleg Qualität
Schlafähnlicher Zustand Neville Goddard Out of This World, 1949; Fernsehinterview 1955 dokumentiert
Revision Neville Goddard The Law and the Promise, 1961, Kap. „Turn the Wheel Backward" dokumentiert
Inneres Gespräch Neville Goddard Vortrag „Mental Diets", 1955 dokumentiert
Sieben-Tage-Diät Emmet Fox The Seven Day Mental Diet, 1935 dokumentiert
Einschlaftechnik Joseph Murphy The Power of Your Subconscious Mind, 1963, Kap. 6 dokumentiert
Mental-Movie-Methode Joseph Murphy ebenda dokumentiert
Baudouin-Technik Charles Baudouin Suggestion et Autosuggestion, 1920 dokumentiert
Formelhafte Autosuggestion Émile Coué Self-Mastery Through Conscious Autosuggestion, engl. 1922 dokumentiert
Gesetz der umgekehrten Anstrengung benannt bei Baudouin; der Sache nach bei Coué Baudouin 1920 wahrscheinlich
Visualisierung als Verfahren New-Thought-Tradition, nicht Murphy Troward, Edinburgh Lectures, 1904 dokumentiert
„SATS" als Begriff Online-Gemeinschaft nach 2015 keine Quelle bei Neville Community-Bildung
Void State, 3-6-9-Methode, robotic affirmations Online-Gemeinschaft keine Quelle bei den Klassikern Community-Bildung

Zwei Hinweise, die zur Anwendung gehören:

Affirmationen. Neville lehnte sie ab: „vain repetition is more often than not confirmation of the opposite" (At Your Command, 1939). Coué dagegen baute sein gesamtes Verfahren auf einer wiederholten Formel auf, und zwar ausdrücklich ohne Anstrengung, im Halbschlaf. Beide Positionen sind belegt und stehen im Widerspruch. Dieses Verfahren löst den Widerspruch nicht auf; es hält fest, dass er besteht, und behandelt die Affirmation als Brücke für den Fall, dass ein Satz sich noch nicht vertreten lässt — nicht als Hauptverfahren.

Revision. Sie ist im Erfahrungsbestand die seltenste Technik und bei ihrem Urheber die wichtigste. Wer nur eine Technik übernimmt, sollte diese übernehmen.


6. Was das Verfahren nicht behauptet

Die folgenden Sätze gehören zum Verfahren wie die sieben Schritte. Sie werden nicht als Vorbehalt nachgereicht, sondern vorweg festgehalten.


7. Grenzen

Medizin und Psychotherapie. Das Verfahren ersetzt keine ärztliche und keine psychotherapeutische Behandlung, weder ergänzend noch überbrückend. Bei Erkrankung gehört die Behandlung an die erste Stelle. Wer eine laufende Behandlung wegen einer Annahme abbricht, wendet dieses Verfahren nicht an, sondern etwas anderes.

Andere Menschen. Schritt 4 verlangt, dass der Satz die eigene Person betrifft. Das ist nicht moralisch begründet, sondern verfahrenslogisch: Über die Entscheidung eines anderen Menschen kann man keine Annahme prüfen, weil kein Zugang zu den Belegen besteht. Ein erheblicher Teil der Erfahrungsberichte — knapp ein Fünftel des Bestands — behandelt genau diesen Fall. Er liegt außerhalb des Anwendungsbereichs.

Schwere Belastung. Wer sich in einer akuten Krise befindet, braucht kein Prüfverfahren, sondern Entlastung und Hilfe. Das eine schließt das andere nicht aus, aber die Reihenfolge ist nicht beliebig.

Der Interessenkonflikt des Verfassers. Ich biete Coaching zu diesem Thema an und verkaufe Bücher dazu. Das ist ein Interesse an einem positiven Ergebnis. Es ist der Grund, warum Schritt 3 die Gegenprobe verlangt, warum Schritt 6 ein Protokoll verlangt und warum Schritt 7 „kein Ergebnis" als zulässigen Ausgang führt. Ein Verfahren, dessen Urheber ein Interesse hat, muss die Mittel gegen dieses Interesse eingebaut haben. Diese hier sind eingebaut.


8. Verhältnis zu den bestehenden Schulen

Ohne Wertung, nur zur Einordnung. Die Spalte „Verhältnis" beschreibt, was dieses Verfahren übernimmt und was nicht.

Schule Zentrale Annahme Verhältnis zu diesem Verfahren
Neville Goddard Die Vorstellungskraft ist die einzige Wirklichkeit; es gibt kein Außen Werkzeuge übernommen; die metaphysische Behauptung nicht geprüft und deshalb nicht übernommen
Joseph Murphy Bewusster und unterbewusster Geist; das Unterbewusstsein nimmt an, was man ihm gibt Einschlaftechnik übernommen; die Zwei-Geister-Lehre als Modell behandelt, nicht als Befund
Émile Coué Einbildungskraft schlägt Willen; Autosuggestion ohne Anstrengung Das Gesetz der umgekehrten Anstrengung übernommen — der einzige Satz des Feldes mit zeitgenössischer Fremdbeobachtung
Gesetz der Anziehung Gleiches zieht Gleiches an; Schwingung, Aussenden, Empfangen Nicht übernommen. Setzt einen Empfänger voraus, für den kein Beleg vorliegt
Erfolgsliteratur ab Hill Wunsch plus Plan plus Beharrlichkeit Beharrlichkeit übernommen, in Schritt 5 und 6; der Rest ist Arbeitsorganisation, nicht Annahmenarbeit
Prosperity Gospel Gott vergilt Glauben materiell Nicht übernommen. Anderer Gegenstand

9. Das Protokollblatt

Eine Seite, sieben Felder. Sie ist das gesamte Verfahren in gebrauchsfertiger Form.

``` DIE RECHERCHE — Protokollblatt Begonnen am: ______

1 BESTAND Wörtliche Sätze, drei Tage mitgeschrieben _________ ___________

2 HERKUNFT Wer hat es gesagt? Wann? Welches Interesse? _________ Zuletzt geprüft: ______

3 GEGENPROBE Fünf datierte Ereignisse, in denen der Satz nicht zutraf 1. ____ Datum: _ 2. ____ Datum: _ 3. ____ Datum: _ 4. ____ Datum: _ 5. ____ Datum: __

4 SETZUNG Ein Satz. Erste Person, Gegenwart, vertretbar, prüfbar. _____________ Vertretbar vor Dritten? ja / nein Betrifft ausschließlich mich? ja / nein In sechs Wochen entscheidbar? ja / nein

5 PRAXIS Abends: Szene ______ Revision bei Bedarf Inneres Gespräch fortlaufend

6 PROTOKOLL Täglich zwei Zeilen. Wöchentlich: was war ungeplant? Auswertung frühestens am: __ (Start + 6 Wochen)

7 BEFUND Eingetreten? ja / nein / teilweise Wenn nein, geprüft: ( ) Annahme oder Ergebnis? ( ) Satz vertretbar? ( ) Gegenläufige Annahme? ( ) Praxis durchgeführt? ( ) Fremde Entscheidung? ( ) Frist zu kurz? Ergebnis der Analyse: _________ ```


Zum Namen. Das Verfahren heißt Die Recherche, weil es genau das ist. Kein Ritual, keine Abkürzung, keine Lehre. Ein Arbeitsgang, der in jedem anderen Fach selbstverständlich ist und in diesem einen fehlt.

Der Satz, auf den es hinausläuft: Prüfen statt glauben.